7 überflüssige Dinge im Gepäck nach Litauen

1. Autospiegel zum Beobachten des Kindes auf der Rückbank (der Sitz zeigte nach vorn)

2. Dinkelwaffeln – waren einfach nicht beliebt

3. Waschmittel aus der Tube – funktionierte irgendwie gar nicht und Shampoo wäre auch nicht schlechter

4. Regenschirm

5. Reiseapotheke im L-Format – nächstes Mal nehme ich statt einer Tablettenscheibe nur vier Tabletten je Sorte plus Beipackzettel mit, dabei hatte ich schon die Verpackung und die zweiten Scheiben zu Hause gelassen

6. Spielzeug – wir hatten nur drei Teile mit und die hätten wir auch daheim lassen können

7. Mein Buch „Selbstdenken“ – viel zu selten in der Hand gehabt

Der Rest des Gepäcks war mehr als einmal in der Hand. Natürlich ist man hinterher schlauer.

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Freiberg und die Deutsche Bahn

Leider begann unsere Reise nach Freiberg wieder mit Bahnhindernissen. So war der Eurocity Richtung Prag wieder übervoll mit Reisewilligen aus aller Welt. Gut, dass wir Sitzplätze reserviert hatten. Das Babykleinkind konnte bei dem Chaos im Zug sogar schlafen. Und ich konnte endlich seit langem eine Tageszeitung lesen.

In Freiberg erwartete uns Sonnenschein, Obsttorte und ein Stadtrundgang. Am Abend hatte das Babykleinkind noch einen Spielgefährten kennengelernt, der jedoch noch nicht krabbeln konnte. Außerdem wurden sämtliche Schubladen geöffnet und inspiziert. Beide Zwerge aßen dann mit uns Abendbrot mit leckeren Salaten und Grillfleisch sowie Bowle und alkoholfreiem Wein. Das war der längste Abend seit längerem und wir sprachen über Gott und die Welt. Bei zwei Ärzten am Tisch wurden auch die Arbeitsbedingungen von Assistenzärzten Thema. In wenigen Tagen werde ich mich damit beruflich wieder befassen.

Freiberger Eierschecke wurde zum Frühstück gereicht. In der Form etwas ungewohnt für mich. Anschließend folgte eine zweite Stadttour mit Besuch des Tiergeheges. Das Babykleinkind war von Ente, Gans und Papagei angetan.

Die Rückfahrt war leider wieder mit vielen Bahnhindernissen gespickt. Drei Stunden später als geplant, kamen wir etwas erschöpft in Berlin an. Jetzt ist erstmal Reisepause.

Litauen mit Baby

Nun sind wir zurück aus Litauen. Was kann ich berichten?

Als Eltern haben wir bisher mehrere Kurzreisen unternommen. Aber 10 Tage inklusive Auslandsaufenthalt waren für uns Drei Neuland, waren Reisen nach Osteuropa schon zu zweit aufregend, so sind sie das zu Dritt doppelt.

Schon die Reisevorbereitung für Litauen war eine schöne Abwechslung zum Babyalltag. Es lohnt sich, einen umfassenden Reiseführer bei der Planung und vor Ort dabei zu haben. Wir hatten uns für Günter Schäfer  entschieden, auch der Lonely Planet hätte seinen Dienst getan. In keinem der Reiseführer befand sich ein Kapitel zum Reisen mit der Familie. Alternativ stellt die Touristinfo von Vilnius eine gute Zusammenfassung bereit, was man mit den Kleinen so alles in der litauischen Hauptstadt – unter Weltkulturerbeschutz gestellt – kann. Eine weitere Idee ist immer, Einheimische zu fragen.

Die Anreise nach Litauen kann per Land, Wasser oder Luft erfolgen. Jede Variante hat mit oder ohne Kind seine Vor- und Nachteile. Wir entschieden uns für die Fähre ab Kiel – zuzüglich 4 Stunden Zugfahrt ab Berlin. Außerdem ist immer ein Zeitpuffer wichtig, denn die Bahn hatte tatsächlich Verspätung und als Fußgänger muss man eine Stunde vor Abfahrt am Fährterminal sein. Die Fähre ist im Großen und Ganzen familientauglich. Die Kabinen sind eng, ein Doppelbett ist empfehlenswerter als zwei Einzelbetten. Für das Einzelbetten haben wir ein Babyrausfallschutz erhalten, aber wirklich Sicherheit bietet es nicht. Wenn Kinder älter sind, dann eventuell doch. Wir können das litauische Essen an Bord empfehlen. Die Preise sind erschwinglich und das Essen nahrhaft. Wer also weniger Reiseproviant einpacken möchte, findet entweder im Bistro, Restaurant oder Selbstbedienungsrestaurant etwas zum Magen stillen. Bordsprache und Zeit ist litauisch. Kinder sind immer an Bord, Essen wird einem warm gemacht, im Restaurant gibt es neben einem etwas kaputtgespielten Spielzimmer mit Bällebad auch Familiensitzplätze. Als Fazit können wir die Fährfahrt empfehlen, allerdings verliert man Reisezeit und wir finden zweimal dieselbe Route langweilig. Das Schaukeln des Schiffes war für uns erträglich und wir konnten den Rügener Kreidefelsen mit dem Fernglas erspähen.

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In Litauen kann man sich als Tourist per Auto, Bus oder Rad fortbewegen. Tramper haben wir wenige gesehen. Zugstrecken sind kaum verbreitet. Wir entschieden uns für einen Mietwagen. Letztendlich keine schlechte Idee. 900 Kilometer legten wir in 8 Tagen zurück. Wir lernten, dass unser Kind gern im Auto schlief – zuvor trällerten wir das Einschlaflied – und sich mit der Musik-CD aus dem Musikgartenkurs sehr gut unterhalten lässt. Nächstes Mal würden wir Etappen kürzer planen.

Essen kann man sehr gut in Litauen. So viel Fisch gab es das gesamte Jahr noch nicht bei uns. Wir entschieden uns für geräucherten Fisch, den es auf Neringa an fast jeder Ecke gibt. Auch Kartoffelgerichte und Pfannkuchen sind empfehlenswert. Einen vernünftigen Hochstuhl fanden wir selten.

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Wir merkten schnell, dass Babybrei aus der Mode gekommen ist und das Babykleinkind nur noch das möchte, was die Großen schlemmen. So aß sie sich durch die deftige litauische Küche mit viel Kartoffeln, Eierkuchen und Fleisch und Fisch. Genüßlich wurden auch Heidelbeeren verputzt – wir kennen jetzt dafür eine Sammelstelle 🙂 Mit Proviant konnten wir uns sehr gut auf dem Wochenmarkt in Klaipeda eindecken. Babynahrung haben wir überteuert durch Import in den Supermärkten gefunden. Trinken kann man das Wasser aus der Leitung nicht.

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Die Unterkunftsfrage hatte ich mir mit unserem mittlerweile sehr mobilem Babykleinkind etwas einfacher vorgestellt. Beziehungsweise dachte ich, alles bei der Planung berücksichtigt zu haben. Leider war das nicht wirklich der Fall. Ich scheine hier und da Tomaten auf den Augen gehabt zu haben, als ich mich für die Unterkünfte entschied. In Nida habe ich über einen deutschen Reiseveranstalter ein Ferienappartement gebucht – ohne Kochgelegenheit und Babybett. Babybett wurde uns versprochen und wenige Tage vor Ankunft meinte man, dass Appartement sei zu klein für ein solches. Zum Absagen war es zu spät, da auf Nida Hochsaison im Juli ist. Küche wäre wirklich hilfreich gewesen, konnten wir überbrücken. Für Paare ist das Haus Auschra – dort verbrachten wir vier Nächte – geeignet. In Pagege mieteten wir ein Hotelzimmer mit Babybett zur Zwischenübernachtung. Dort gab es das kleinste Frühstück, dass ich je in einem Hotelzimmer sah. In Vilnius haben wir mit Babybett und Küche ein gutes Hostel in Stadtpläne mit dem Downtown Forest Hostel gefunden.

Von Berlin nach Vilnius

Wie zu erwarten war, hatte bereits unser Zug von Berlin nach Kiel Verspätung, so dass wir 15 Minuten vor Check In Schluss am Hafen ankamen. Die Fährfahrt war interessant, für Kinder sicherlich eine bequemere Reiseart als das Flugzeug. Dafür brauchten wir jedoch von Haustür bis Vilnius 34 Stunden. Uns begrüßte bestes Reisewetter. Heute geht es ins Landesinnere von Litauen mit unserem gemieteten Nissan Pulsar. Der gebuchte Kinderautositz entspricht leider nicht ganz unseren Ansprüchen. Dafür haben wir von Vilnius erstmal einen positiven Eindruck gewonnen.

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Ein Besuch in Magdeburg

Magdeburg entwickelt sich prächtig – sieht man von den hässlichen neuzeitlichen Penthouse-Wohnblocks ohne Stil in enger Bebauung am Elbufer ab. Da fragt man sich ehrlich, wer Geld dafür ausgibt, zwar nah an der Elbe, aber gequetscht wie eine Ölsardine – dicht an dicht – zu wohnen. Ich kenne jedenfalls niemanden, den es in dieses Wohngebiet bisher gezogen hat, aber nach Leerstand sieht es nicht aus.

Im altbekannten Stadtfeld Ost durften wir uns am Frühstücksbrunch im Café 108 in der Annastraße- zu Berliner Preisen, dafür in einer sehr guten Qualität – erfreuen. Schade, dass wir zu wenig Zeit eingeplant hatten. Dafür hatten wir einen Tisch reserviert, was dringend notwendig gewesen ist. Die Inneneinrichtung ist so, wie ich sie mag. Schlichte Romantik und nicht zu chic. Auch Kinder sind willkommen.

Da ich leider ein Halstuch für die Elfe vergaß und das Wetter aprilhaftig gewesen ist, habe ich die Chance in der Annastraße genutzt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite in das Stoffgeschäft „Purpurstern“ hineinzugehen. Mir war noch in schwacher Erinnerung, dass auch Magdeburg ein sehr gutes Stoffgeschäft hat. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Stoffauswahl ist der Wahnsinn. Gut, dass meine Geldbörse nicht mehr als 15 Euro beinhaltete. Ich also auf der Suche nach einem Stöffchen, woraus ich schnell ein Dreieckstuch für die Elfe zaubern konnte. Es sollte nur ein Reststück sein. Geworden ist es letztlich ein Nähset für einen Loopschal sowie ein bereits fertiges Halstuch. So habe ich von einer Mitarbeiterin erfahren, dass gleich im Ladengeschäft nebenan bereits fertiggenähte Ware aus den wunderbaren Stoffen zu erwerben sind. OK, habe ich kurzerhand doch etwas tiefer in die Tasche gegriffen und die heimische Wirtschaft unterstützt. So besitzt jetzt die Elfe ein Halstuch, was nicht die Mama genäht hat, dafür hängen daran Magdeburger Erinnerungen.

Einen Zwischenstopp legten wir noch in Wolmirstedt ein. Ein kleines Städtchen nördlich von Magdeburg. Dort erwartete uns eine befreundete Familie und leckere Rouladen. Der Hausherr freute sich, dass ich gegen Speck und Zwiebeln und Gurke nichts einzuwenden hatte. Hausmannskost ist doch was Feines, fehlt mir leider hier in Berlin. Gruß an dieser Stelle an die Omas und Uromas der kleinen Elfe. Nachdem wir schöne und nicht so schnöne Geschichten über Kind & Kegel ausgetauscht hatten, ging die Tour schon wieder zurück nach Magdeburg.

Dieses Mal konnten wir die Fortschritte in Buckau entdecken. Ein traditioneller Besuch bei Bortscheller Eis durfte nicht fehlen. Leider spielte das Wetter verrückt, so dass wir den geplanten Ausflug in den Rotehornpark verschieben mussten. Trotzdem war es ein ereignisreicher Tag für die kleine Elfe und uns. Wir sind immer wieder erstaunt, wie toll sie unsere Ausflüge bisher mitmacht.

Die Großeltern

Letzte Woche besuchten wir die Großeltern des Elfenkindes. Für uns ist es etwas Besonderes, da sie doch ein Stückchen weiter weg von uns wohnen.

Werden die eigenen Eltern Großeltern, so stellt sich die Frage, wie das Enkelkind Oma und Opa nennen soll. Die einen Großeltern lassen sich lieber „Oma“ und „Opa“ nennen, die anderen möchten mit dem Vornamen angesprochen werden. Dann gibt es sicherlich noch weitere Varianten wie „Omi“ und „Opi“ oder „Großvater“ und „Großmutter“. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh zu sagen, was sich als Favoritenbezeichnung herauskristallisieren wird.

Zu Besuch bei den Großeltern bedeutet auch für uns, neue Routen zum Spazieren gehen zu entdecken. Demzufolge hatte der Elfenopa aus der Altmark einiges zu tun, als wir von der Spritztour über Acker & Feld zurückkamen 😉 Der Elfenopa aus dem Harz hat eine beachtliche Kinderwagentour mit zwischenzeitlichen Steigungen von bestimmt 5 bis 10 % zurückgelegt. Das nenne ich sportlich.

Die Elfenoma aus dem Harz konnte uns zeigen, wie man in Rekordgeschwindigkeit ein Baby mit Brei füttern kann. Nicht nur das Tempo war erstaunlich und routiniert, sondern auch wie sauber das Kind danach gewesen ist. Bleibt noch die Elfenoma aus der Altmark zu erwähnen. Sie hat mit Ruhe sowie Geduld auf das Elfenkind aufgepasst, stand mir stets helfend zur Seite und konnte ihre Tochter in der Rolle als Mama kennenlernen. Sicherlich hat sie sich dabei ihren Teil gedacht und mich nicht mit Ratschlägen überhäuft (zum Glück).

Danke für schöne Tage in der Altmark und im Harz, die wir mit euch verbringen konnten. Wir hoffen, ihr gewährt uns bald wieder Asyl, auch wenn wir manchmal chaotisch sind. Das Elfenkind hat sich jedenfalls wohlgefühlt, nur die Gläschenkost konnte sie nicht überzeugen. Da werde ich nächstes Mal doch auf Selbstgekochtes zurückgreifen. Ebenso habe ich gemerkt, dass ich im Gegensatz zur letzten Reise schon weniger Gepäck mit dabei hatte, das nächste Mal könnte es aber noch weniger sein. Bis zum Sommer habe ich noch Zeit auszutesten, was unbedingt mitgenommen werden muss auf einer Reise und auf was zu verzichten ist. Denn dann starten wir unsere erste Auslandsreise zu Dritt 🙂