Litauen mit Baby

Nun sind wir zurück aus Litauen. Was kann ich berichten?

Als Eltern haben wir bisher mehrere Kurzreisen unternommen. Aber 10 Tage inklusive Auslandsaufenthalt waren für uns Drei Neuland, waren Reisen nach Osteuropa schon zu zweit aufregend, so sind sie das zu Dritt doppelt.

Schon die Reisevorbereitung für Litauen war eine schöne Abwechslung zum Babyalltag. Es lohnt sich, einen umfassenden Reiseführer bei der Planung und vor Ort dabei zu haben. Wir hatten uns für Günter Schäfer  entschieden, auch der Lonely Planet hätte seinen Dienst getan. In keinem der Reiseführer befand sich ein Kapitel zum Reisen mit der Familie. Alternativ stellt die Touristinfo von Vilnius eine gute Zusammenfassung bereit, was man mit den Kleinen so alles in der litauischen Hauptstadt – unter Weltkulturerbeschutz gestellt – kann. Eine weitere Idee ist immer, Einheimische zu fragen.

Die Anreise nach Litauen kann per Land, Wasser oder Luft erfolgen. Jede Variante hat mit oder ohne Kind seine Vor- und Nachteile. Wir entschieden uns für die Fähre ab Kiel – zuzüglich 4 Stunden Zugfahrt ab Berlin. Außerdem ist immer ein Zeitpuffer wichtig, denn die Bahn hatte tatsächlich Verspätung und als Fußgänger muss man eine Stunde vor Abfahrt am Fährterminal sein. Die Fähre ist im Großen und Ganzen familientauglich. Die Kabinen sind eng, ein Doppelbett ist empfehlenswerter als zwei Einzelbetten. Für das Einzelbetten haben wir ein Babyrausfallschutz erhalten, aber wirklich Sicherheit bietet es nicht. Wenn Kinder älter sind, dann eventuell doch. Wir können das litauische Essen an Bord empfehlen. Die Preise sind erschwinglich und das Essen nahrhaft. Wer also weniger Reiseproviant einpacken möchte, findet entweder im Bistro, Restaurant oder Selbstbedienungsrestaurant etwas zum Magen stillen. Bordsprache und Zeit ist litauisch. Kinder sind immer an Bord, Essen wird einem warm gemacht, im Restaurant gibt es neben einem etwas kaputtgespielten Spielzimmer mit Bällebad auch Familiensitzplätze. Als Fazit können wir die Fährfahrt empfehlen, allerdings verliert man Reisezeit und wir finden zweimal dieselbe Route langweilig. Das Schaukeln des Schiffes war für uns erträglich und wir konnten den Rügener Kreidefelsen mit dem Fernglas erspähen.

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In Litauen kann man sich als Tourist per Auto, Bus oder Rad fortbewegen. Tramper haben wir wenige gesehen. Zugstrecken sind kaum verbreitet. Wir entschieden uns für einen Mietwagen. Letztendlich keine schlechte Idee. 900 Kilometer legten wir in 8 Tagen zurück. Wir lernten, dass unser Kind gern im Auto schlief – zuvor trällerten wir das Einschlaflied – und sich mit der Musik-CD aus dem Musikgartenkurs sehr gut unterhalten lässt. Nächstes Mal würden wir Etappen kürzer planen.

Essen kann man sehr gut in Litauen. So viel Fisch gab es das gesamte Jahr noch nicht bei uns. Wir entschieden uns für geräucherten Fisch, den es auf Neringa an fast jeder Ecke gibt. Auch Kartoffelgerichte und Pfannkuchen sind empfehlenswert. Einen vernünftigen Hochstuhl fanden wir selten.

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Wir merkten schnell, dass Babybrei aus der Mode gekommen ist und das Babykleinkind nur noch das möchte, was die Großen schlemmen. So aß sie sich durch die deftige litauische Küche mit viel Kartoffeln, Eierkuchen und Fleisch und Fisch. Genüßlich wurden auch Heidelbeeren verputzt – wir kennen jetzt dafür eine Sammelstelle 🙂 Mit Proviant konnten wir uns sehr gut auf dem Wochenmarkt in Klaipeda eindecken. Babynahrung haben wir überteuert durch Import in den Supermärkten gefunden. Trinken kann man das Wasser aus der Leitung nicht.

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Die Unterkunftsfrage hatte ich mir mit unserem mittlerweile sehr mobilem Babykleinkind etwas einfacher vorgestellt. Beziehungsweise dachte ich, alles bei der Planung berücksichtigt zu haben. Leider war das nicht wirklich der Fall. Ich scheine hier und da Tomaten auf den Augen gehabt zu haben, als ich mich für die Unterkünfte entschied. In Nida habe ich über einen deutschen Reiseveranstalter ein Ferienappartement gebucht – ohne Kochgelegenheit und Babybett. Babybett wurde uns versprochen und wenige Tage vor Ankunft meinte man, dass Appartement sei zu klein für ein solches. Zum Absagen war es zu spät, da auf Nida Hochsaison im Juli ist. Küche wäre wirklich hilfreich gewesen, konnten wir überbrücken. Für Paare ist das Haus Auschra – dort verbrachten wir vier Nächte – geeignet. In Pagege mieteten wir ein Hotelzimmer mit Babybett zur Zwischenübernachtung. Dort gab es das kleinste Frühstück, dass ich je in einem Hotelzimmer sah. In Vilnius haben wir mit Babybett und Küche ein gutes Hostel in Stadtpläne mit dem Downtown Forest Hostel gefunden.